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Newsletter zur biologischen Vielfalt in Landwirtschaft und Ernährung
1. Ausgabe vom 22.05.2017
Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung
Liebe Leserinnen und Leser,

pünktlich zum Internationalen Tag der biologischen Vielfalt, der jedes Jahr am 22. Mai gefeiert wird, erhalten Sie die erste Ausgabe des Newsletters zur biologischen Vielfalt in Landwirtschaft und Ernährung. Er informiert zukünftig vierteljährlich über eine Auswahl von aktuellen Themen im Zusammenhang mit der biologischen Vielfalt in Landwirtschaft und Ernährung. Dies betrifft die genetische Vielfalt der landwirtschaftlichen Kulturen genauso wie die Vielfalt der im Agrarraum lebenden Tiere und Pflanzen. Wir berichten über Entwicklungen in Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Praxis, über Fördermöglichkeiten und  Veranstaltungen mit Fokus auf Deutschland. Aber auch die internationalen Aktivitäten von FAO, IPBES, CBD und Nagoya-Protokoll haben wir im Blick.  

Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen beim Lesen und freuen uns über Anregungen. 

Dieser Newsletter wird herausgegeben vom Informations- und Koordinationszentrum für Biologische Vielfalt (IBV) der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Der Newsletter erweitert das bestehende und Ihnen vielleicht schon bekannte News-Angebot des IBV unter www.genres.de.
Meldungen
Ergebnisse des EU-Projekts „Pflanzen- und Tiergenetische Ressourcen in der EU“ veröffentlicht
Das Informations- und Koordinationszentrum Biologische Vielfalt der BLE hat zusammen mit weiteren europäischen Projektpartnern das EU-Projekt „Preparatory action – EU Plant and Animal Genetic Resources“ bearbeitet. Die Ergebnisse wurden nun von der Europäischen Kommission veröffentlicht. Das Projektteam empfiehlt die Erarbeitung einer EU-Strategie für biologische Vielfalt für Ernährung und Landwirtschaft, eine stärkere Beachtung bei der Forschungsförderung der EU in Horizon 2020 und eine bessere Einbindung der Europäischen Netzwerke für Genetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft (ECPGR, ERFP, EUFORGEN, MIRRI) auf EU- und nationaler Ebene.
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BMEL-Fachgespräch zu Access and Benefit Sharing
Wer genetische Ressourcen für Forschung und Entwicklung von Produkten nutzt, muss dafür sorgen, dass dies gemäß dem Nagoya-Protokoll im Einklang mit den Bestimmungen des jeweiligen Bereitstellerlandes erfolgt. Dies schreibt die EU-Verordnung VO (EU) Nr. 511/2014 vor. In einem Fachgespräch am 17. Mai 2017 informierten BMEL und BLE die Ressortforschungsinstitute über die rechtlichen Vorgaben und aktuelle Fragestellungen, wie z.B. den Umgang mit digitalen Sequenzdaten über genetische Ressourcen. Weitere Veranstaltungen zu speziellen Fragestellungen zu ABS sind geplant.
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Sitzung der FAO-Kommission  für Genetische Ressourcen
Die FAO-Kommission für Genetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft (CGRFA) befasste sich auf ihrer 16. Sitzung schwerpunktmäßig mit dem ersten Weltzustandsbericht für Biodiversität für Ernährung und Landwirtschaft, den Regelungen zu Zugang und Vorteilsausgleich im Sinne des Nagoya-Protokolls sowie mit den Auswirkungen der globalen 2030-Nachhaltigkeitsagenda auf das künftige Arbeitsprogramm der CGRFA. Die Gründung einer neuen Abteilung für „Klima, Biodiversität, Land und Wasser”, die künftig das Sekretariat der CGRFA und des Internationalen Saatgutvertrags beheimaten wird, verdeutlicht auch die wachsende Bedeutung der Biodiversität in der Arbeit der FAO.
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Deutschland unterstützt das Globale Informationssystem des Internationalen Saatgutvertrags
Das BMEL unterstützt das Globale Informationssystem (GLIS), das von den Vertragsstaaten des Internationalen Saatgutvertrags beschlossen wurde. Es wird in den kommenden Jahren aufgebaut. Mit einem Beitrag von über 1 Mio. Euro kann als wichtiger erster Meilenstein eine Pilotphase des Informationssystems auf den Weg gebracht werden: ein Portal, das zunächst den Zugang zu wissenschaftlichen Informationen erleichtert. Langfristig sollen die Daten verschiedener Akteure (Genbanken, Pflanzenzüchter, Landwirte und Forscher) verknüpft und zugänglich werden, um Züchtung und Erhaltung pflanzengenetischer Ressourcen auf allen Ebenen zu stärken.
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F.R.A.N.Z-Projekt gestartet
Wie können landwirtschaftliche Betriebe zur Biodiversität in der Landwirtschaft beitragen? Welche Maßnahmen sind erfolgreich im Sinne der Biodiversität und gleichzeitig auch für landwirtschaftliche Betriebe umzusetzen? Das Projekt F.R.A.N.Z. will Antworten auf diese Fragen geben. Dafür wurden zehn Demonstrationsbetriebe aus ganz Deutschland ausgewählt, die biodiversitätsfördernde Maßnahmen auf ihren Betrieben durchführen. F.R.A.N.Z ist ein gemeinsames Projekt der Michael-Otto-Stiftung und des Deutschen Bauernverbands. Wissenschaftlich begleitet wird es vom Thünen-Institut, der Universität Göttingen und dem Naturschutzbund (NABU).
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Filderkraut g.g.A als Fallstudie ausgewählt
Der eingereichte Projektvorschlag  zur Genressource „Filderkraut g.g.A.“ ist von dem laufenden EU-Projekt: „European study on genetic resources („PrepActII“)“ aus 52 Bewerbern als eines von vier Projekten ausgewählt. "PrepActII" setzt die „Preparatory Action zu  Pflanzen- und Tiergenetischen Ressourcen in der EU" fort, an dem auch die BLE beteiligt war, und das wichtige Handlungsbedarfe für Genetische Ressourcen erarbeitet hat.
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Kick-Off-Meeting der ERFP Task Force In situ conservation
Am 5. Mai 2017 fand in Belgrad das Kick-Off-Meeting der ERFP Task Force "In situ conservation and valorisation of Animal Genetic Resources" statt. Die Task Force, in der auch Deutschland vertreten ist, möchte die Erhaltung und nachhaltige Nutzung von gefährdeten Nutztierrassen in Landwirtschaftsbetrieben stärken. Auf dem Kick-Off-Meeting wurden unter anderem die Vermarktung gefährdeter Nutztierrassen, ihr Einsatz in der Landschaftspflege sowie Risiken für diese Rassen durch Tierseuchen diskutiert. ERFP (European Regional Focal Point for Animal Genetic Resources) ist ein Netzwerk der Nationalen Koordinatoren für tiergenetische Ressourcen.
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6. EUFGIS-Workshop in Rom
Vom 4.- 6. April 2017 fand in Rom der 6. Workshop für die Nationalen Koordinatoren des Europäischen Informationssystems für forstgenetische Ressourcen (EUFGIS, European Information System on Forest Genetic Resources) statt. Besprochen wurden unter anderem die Weiterentwicklung der Datenbankinhalte und die Aktivitäten zum europaweiten Vorkommen von Baumarten in Bezug auf die Umweltvariablen (Klima, Geomorphologie, Grad der Maritimität und Ausrichtung). Aktuell sind in der EUFGIS-Datenbank 3408 Erhaltungsbestände für 100 Baumarten aus 35 Ländern erfasst.
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Europäisches Konzept zum On-farm-Management veröffentlicht
Das Europäische Kooperationsprogramm für pflanzengenetische Ressourcen (ECPGR) hat ein Konzept für das On-farm-Management pflanzengenetischer Ressourcen veröffentlicht. Es  soll eine europäische Inventarliste von On-farm-Beständen erstellt, und Vorschläge gemacht werden, die ein On-farm-Management fördern. An der Erstellung des Konzepts waren auch Vertreter aus Deutschland beteiligt. Im Europäischen Kooperationsprogramm für pflanzengenetische Ressourcen (ECPGR) sind 33 Länder Mitglied.
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Bundesweite Erfassung der genetischen Vielfalt von Wildfischen und Krebsen
In vier Erhebungsprojekten wurde die genetische Variabilität von Wildpopulationen der Bachforelle, der Barbe, der Quappe und des Edelkrebses erfasst. Ziel war die genetische Charakterisierung von Populationen der betreffenden Arten aus verschiedenen Flusseinzugsgebieten in Deutschland. Anhand der gewonnenen Informationen wurden geeignete Maßnahmen zur Aufrechterhaltung und nachhaltigen Nutzung der genetischen Ressourcen abgeleitet. Die erhobenen Daten sind in der Datenbank AGRDEU der BLE dokumentiert.
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Sitzung des Fachausschusses aquatische genetische Ressourcen
Am 23. und 24.Februar 2017 traf sich der Fachausschuss aquatische genetische Ressourcen zu seiner 13. Sitzung an der Staatlichen Fischbrutanstalt des Instituts für Fischerei (IFI) der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft. Der Ausschuss befasste sich unter anderem mit der historischen Entwicklung und aktuellen Situation der Fischbestände im Bodensee. Die massiv zurückgegangenen Nährstoffeinträge in den letzten Jahrzehnten, vor allem bei Phosphor, haben zu einer Veränderung in der Fischartengemeinschaft des Bodensees geführt. Konkret wurde die genetische Identität der Felchen-Bestände im Bodensee und anderen Teilen Süddeutschlands besprochen, wozu insbesondere die Ergebnisse eines Erhebungsprojekts der Zoologischen Staatssammlung (ZSM) und des IFI zu bayerischen Renkenbeständen beitrugen.
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Deutsche Genbank Obst: neues Erhaltungsnetzwerk Birne
Die Deutsche Genbank Obst (DGO) ist ein Netzwerk zur langfristigen Sicherung der obstgenetischen Ressourcen. Sie wird vom Julius-Kühn-Institut (JKI) koordiniert. In der DGO gibt es bislang obstartenspezifische Erhaltungsnetzwerke zu Apfel, Erdbeere, Kirschen, Rubus und Pflaumen. Neu hinzugekommen ist nun das Erhaltungsnetzwerk zu Birne. Der Bestand der Genbank Obst mit derzeit  rund 3.000 Muster ist im Nationalen Inventar PGRDEU der BLE dokumentiert.
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Wildpflanzen-Genbank mit neuem Informationsangebot
Wildpflanzen für Ernährung und Landwirtschaft (WEL) sind eine wichtige Quelle für die Pflanzenzüchtung. Um sie langfristig zu sichern, wurde die Genbank Wildpflanzen für Ernährung und Landwirtschaft (WEL-Genbank) gegründet. An dem Netzwerk sind die Botanischen Gärten Berlin, Karlsruhe, Osnabrück und Regensburg beteiligt, weiterhin die Pädagogische Hochschule Karlsruhe und die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Die WEL-Genbank umfasst aktuell 4.475 Akzessionen. Seit kurzem können potenzielle Nutzer und Interessierte zweisprachig Informationen erhalten und Saatgut bestellen.
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Wildobst: Gesucht und gefunden
Die Ergebnisse des fünfjährigen Modell- und Demonstrationsvorhabens "Erhaltung der innerartlichen Vielfalt gebietsheimischer Wildobstarten in Sachsen" wurden in Dresden-Pillnitz vorgestellt. Für Wildbirne, Wildapfel, Gemeine Eberesche, Alpen-Johannisbeere und Wacholder wurde modellhaft ein Leitfaden zur Erfassung, Sicherung und Beerntung von Erntevorkommen seltener Gehölzarten erstellt. Er soll als Handlungsempfehlung für Behörden, Verbände und kommerzielle Unternehmen dienen und wichtige Fragen bei der praktischen Umsetzung von Erntemaßnahmen bei seltenen Gehölzarten beantworten.
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Aktivitäten des Weltbiodiversitätsrates IPBES
Experten des Weltbiodiversitätsrates IPBES haben weitere Entwürfe für regionale Berichte zu Biodiversität und Ökosystemleistungen und für den thematischen Bericht zur Landdegradierung verfasst. Diese Entwürfe erreichen damit eine wichtige Phase ihrer Erstellung: die externe Begutachtung. Das Sekretariat der Zwischenstaatlichen Plattform für Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen (IPBES) hat deshalb Experten und Regierungen explizit zur Begutachtung und Kommentierung aufgerufen. Kommentare können noch bis zum 26. Juni 2017 eingereicht werden. Ein weiterer regionaler Bericht zur Situation der Biodiversität und Ökosystemleistungen in Amerika wird vom 29. Mai bis zum 24. Juli zur Begutachtung gestellt werden. Eine vorherige Registrierung ist erforderlich.
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Strategie für die Wälder der Erde 2017-2030
Die Vereinten Nationen (UN) haben den "Strategischen Plan der Vereinten Nationen für Wälder 2017-2030" verabschiedet. Die verschiedenen internationalen Aktivitäten sollen enger verknüpft und die Wälder der Erde in der Folge wieder nachhaltig bewirtschaftet und langfristig erhalten werden. Dadurch soll die Strategie zu den vereinbarten internationalen Nachhaltigkeits-, Biodiversitäts- und Klimaschutzzielen beitragen. Mit knapp vier Milliarden Hektar bedecken die Wälder noch rund 30 Prozent der Erdoberfläche. Die UN schätzt die Zahl der Menschen, die für ihren Lebensunterhalt direkt auf die Waldökosysteme angewiesen sind, auf 1,6 Milliarden Menschen.
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Veranstaltungen
Jahrestreffen der North Atlantic Salmon Conservation Organization (NASCO)
» Varberg/Schweden, 6.- 9. Juni 2017
Herausforderungen der Kommunikation der Ergebnisse des Weltbiodiversitätsrates IPBES auf nationaler Ebene am Beispiel des Bestäuber-Assessments
» Museum für Naturkunde Berlin, 7. Juni 2017
Feldtag: Mehr Vielfalt im Ackerbau – Strategien und Methoden
» Gut Wilmersdorf, Eberswalde, 13. Juni 2017
Deutscher Fischereitag
» Bonn, 27.- 29. Juni 2017
Deutscher Landschaftspflegetag
» Regensburg, 5.- 7.Juli 2017
Optimizing the management and sustainable use of forest genetic resources in Europe. Abschluss-Symposium des FastWood Verbundvorhabens.
» Leipzig, 18.- 19. Oktober 2017
4th International Vavilov Conference: N.I. Vavilov`s ideas in a Modern World
» Sankt Petersburg, Russland, 20.- 24. November 2017
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